
Über 35 % der Fenster in Deutschland sind veraltet und energetisch sanierungsbedürftig. Als veraltet gelten Fenster, die vor der Einführung der Wärmeschutzverordnung 1995 eingebaut wurden.
Durch einen Austausch dieser Fenster ließen sich rund 10,8 Mio. Tonnen CO2 jährlich einsparen, weshalb Bund, Länder und Gemeinden auch großzügige Direktfördermittel für den Fensteraustausch zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus kannst Du mit modernen, energieeffizienten Fenstern bis zu 20 % Deiner Heizkosten einsparen, die Du mit veralteten buchstäblich aus dem Fenster hinaus verheizt. Zu den größten Energieverschwendern zählen Fenster mit Einfach- oder unbeschichtetem Isolierglas sowie Verbund- und Kastenfenster.

- eine deutliche Einsparung von Energie-/Heizkosten sowie CO2-Abgaben
- einem zugluftfreien, gesunden Wohnklima mit geringer Luftfeuchtigkeit
- Hitzeschutz im Sommer
- verbesserten Schallschutz
- gesteigerten Einbruchschutz
Was Du wissen solltest!
Neben Deinen optischen Präferenzen gibt es ein paar Parameter, die Du kennen solltest und die auch für die Beantragung von Fördermitteln wichtig sind:
U-Wert

Durchschnittlich besitzen Fenster heute einen U-Wert von 1,3 W/(m2K). Besonders dichte Passivhausfenster kommen sogar auf einen U-Wert von bis zu 0,6 W/(m2K). Laut gültigem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist bei Sanierungen ein Fenster-U-Wert von mindestens 0,95 W/(m2K) vorgesehen, damit diese förderfähig sind. Dies betrifft sowohl die Verglasung (Ug) als auch den Wärmedurchgangskoeffizienten des Rahmens (Uf).
g-Wert
Der sogenannte g-Wert bezeichnet den Gesamtenergiedurchlassgrad und gibt an, wie hoch die solaren Gewinne sind, die durch ein Fenster entstehen. Das bedeutet, dass die durch Glas einfallende Sonnenstrahlung zur Erwärmung der Innenräume beiträgt und diese kostenlose Energie bestmöglich genutzt werden sollte. Zu beachten ist dabei aber, dass sich Räume im Sommer nicht zu stark aufheizen.
Deshalb gilt: Ein Fenster sollte so wenig wie möglich Wärme von innen nach außen abgeben, aber auch möglichst viel Sonnenstrahlung zur Erwärmung von außen nach innen nutzen. Um U-Wert und g-Wert optimal zu kombinieren und effektiv zu nutzen, sollte deshalb die Ausrichtung der Fenster beachtet werden: West- und Ostseite können von einem höheren g-Wert profitieren, indem Morgen- und Abendsonne für solare Wärmegewinne genutzt werden. Bei Fenstern an der Südseite ist ein höherer g-Wert nur empfehlenswert, wenn eine effiziente Verschattung besteht, die im Sommer für einen wirksamen Hitzeschutz sorgt.
Doppelt und dreifach
Bei modernen Fenstern werden heute Zwei- oder Dreischeibenverglasungen eingesetzt. Je mehr Scheiben, desto größer die Dämmwirkung. Zusätzlich werden die Zwischenräume mit Edelgasen anstelle von Luft befüllt – das verhindert den Wärmetransport. Für eine zusätzlich erhöhte Isolierung werden Scheiben darüber hinaus mit einer unsichtbaren Edelmetallschicht bedampft.
Welche Verglasung an welcher Seite Deines Hauses sinnvoll oder erforderlich ist, gilt es im Einzelfall zu ermitteln. Laut GEG sind in Neubauten und Bestandsimmobilien Fenster mit Dreifachverglasung vorgegeben.
Der passende Rahmen

Im Vergleich zu älteren Fenstern bietet dieses Bauteil heute bereits standardmäßig einen stark verbesserten Einbruch- und Schallschutz.
Die richtige Widerstandsklasse
Nach DIN EN 1627 geprüfte oder zertifizierte Fenster werden für einen wirksamen Einbruchschutz am Fenster empfohlen. Das bedeutet: Alle Elemente dieser Fenster sind als Gesamtkonstruktion von Rahmen, Beschlag und Verglasung auf ihre Einbruchhemmung getestet.
Die DIN unterscheidet weiterhin sieben Widerstandsklassen zur Einbruchhemmung. Sie definieren jeweils, mit welchem Aufwand und in welcher Zeit ein Einbruch am Fenster gelingt. Die Widerstandsklassen unterscheiden sich nach Abstufung ihrer verbauten einbruchhemmenden Komponenten. Je höher die Klasse, umso länger muss sie einem Einbruchversuch standhalten. Standard für den privaten Bereich sind die Klassen RC2 und RC3 mit Sicherheitsverglasung und im Rahmen verklebter Verglasung.
Ab Widerstandsklasse 2 sind Fenster ebenso mit Pilzkopfzapfenbeschlägen und einem abschließbaren Fenstergriff ausgestattet. Bei erhöhtem Sicherheitsbedarf empfehlen sich Fenster der Widerstandsklasse 3, bei der die Verglasung einen noch höheren Widerstandswert aufweist.
